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Warum Sicherheit im Körper so wichtig ist

  • Autorenbild: Katharina Kleemann
    Katharina Kleemann
  • 25. Sept. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Okt. 2025



Viele Menschen wünschen sich, sich in ihrer Haut wohlzufühlen. Doch Sicherheit im Körper bedeutet mehr als das: Sie ist die Basis für emotionale Stabilität, Selbstregulation, gesunde Beziehungen und ein erfülltes Leben.


Was Sicherheit im Körper bedeutet

Sicherheit im Körper heißt:


  • das Nervensystem befindet sich in einem regulierten Zustand

  • der Körper ist entspannt und wird als Kompass erlebt

  • alle Emotionen dürfen auftauchen und verarbeitet werden - auch die schwierigen

  • wir fühlen uns verbunden – mit uns selbst und mit anderen


Es geht also nicht um ein positives Selbstbild im Spiegel, sondern um die Fähigkeit, im eigenen Körper zu Hause zu sein und darin Ruhe, Halt und Orientierung zu finden.


Warum Unsicherheit im Körper entsteht

Unsicherheit entsteht, wenn das Nervensystem dauerhaft im Alarmmodus bleibt – z. B. durch:


  • chronischen Stress

  • unverarbeitete Erfahrungen oder Trauma – z. B. frühe Beziehungserfahrungen, in denen emotionale Sicherheit fehlte (Bindungstrauma)

  • fehlende emotionale Regulation in der Kindheit

  • gesellschaftlichen Leistungsdruck


Diese Belastungen prägen nicht nur unser Nervensystem, sondern auch unsere Faszien – das Bindegewebe, das den ganzen Körper durchzieht. Dort können Spannungen, Trauma und Stress buchstäblich gespeichert bleiben. Diese Spannungen in den Faszien können sich auf den ganzen Körper auswirken – Muskeln, Organe und Energiefluss werden belastet, der Körper arbeitet dauerhaft im Ausgleich, was langfristig zu körperlichen und emotionalen Problemen führen kann.


Überlebensmodus: Fight, Flight, Freeze, Fawn

Wenn Sicherheit fehlt, übernimmt der Überlebensmodus. Diese Reaktionen sind automatische Schutzstrategien, die kurzfristig überleben sichern, langfristig jedoch blockieren können:


  • Fight (Kampf): Gereiztheit, Aggression, ständige Verteidigungshaltung – Beziehungen werden konfliktreicher.

  • Flight (Flucht): Rastlosigkeit, Getriebensein, Overthinking/Gedankenkarussell , Perfektionismus – innere Ruhe bleibt unerreichbar.

  • Freeze (Erstarrung): Taubheit, Leere, Abkopplung von Gefühlen – Entscheidungen werden blockiert.

  • Fawn (Anpassen): People Pleasing, Unterdrücken eigener Bedürfnisse – Authentizität geht verloren.


Diese Muster prägen unser Leben direkt: Wir entscheiden und handeln aus Angst statt aus Klarheit, aus Anpassung statt aus Selbstbestimmung. Im Alltag zeigt sich das z. B. durch ständiges Funktionieren, Überanpassung oder häufige Konflikte in Beziehungen oder das Gefühl, vom Leben abgeschnitten zu sein.


Folgen von Unsicherheit im Körper

Wenn das Nervensystem keine Sicherheit findet, spüren wir das auf allen Ebenen:


  • Dauerhafte Muskel- und Faszienspannungen

  • Emotionale Überforderung, Ängste oder Leere

  • Gedankenkarussell und innere Unruhe

  • Schlafprobleme und Erschöpfung

  • Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen oder eigene Bedürfnisse zu spüren


Der Körper schlägt Alarm. Dauerhaft. Bis wir (endlich) reagieren.


Was echte Sicherheit verändert

Wenn wir Sicherheit im Körper kultivieren, verändert sich unser Erleben grundlegend:


  • Entspannung und Erholung werden möglich

  • Emotionen können gehalten, verarbeitet und losgelassen werden

  • Klarheit und Präsenz entstehen – auch in Beziehungen

  • Kreativität, Lebensfreude und Intuition kommen zurück

  • Der Körper wird wieder als Zuhause erfahren


Wir erleben einen Zustand von Kohärenz: Körper, Herz, Nervensystem und Geist arbeiten synchron. Wir sind in unserer Mitte und authentisch verbunden. Erst dann können wir unser Leben klar nach den eigenen Werten und Vorstellungen gestalten.


Der Weg zur Sicherheit im Körper

Echte Sicherheit beginnt immer im Nervensystem. Solange es im Alarmmodus (Fight, Flight, Freeze, Fawn) ist, kann sich kein tiefes Sicherheitsgefühl entwickeln – egal wie stark oder fit der Körper ist. Es braucht zunächst die Regulierung von Alarmzustand und Übererregung als Basis für innere Ruhe und Selbstregulation.


Um diese Sicherheit tief zu verankern, benötigt es dann ein Zusammenspiel mit folgenden Ebenen:


  • Faszien & Muskeln: Lösen gespeicherter Spannungen und Stressmuster, den Körper als sicheren, freien und weiten Raum erfahren

  • Emotionen: Wahrnehmen, halten und loslassen, ohne Überforderung

  • Mentale Klarheit: Gedanken beruhigen, Orientierung und Selbstwirksamkeit stärken


Ein reguliertes Nervensystem ist die Basis für echte Sicherheit – und das Erleben von Sicherheit verstärkt wiederum die Regulation. So entsteht ein stabiler Kreislauf, der Resilienz, Gesundheit und Lebensqualität nachhaltig stärkt und ein Nährboden für tiefe und nachhaltige Veränderungen. Methoden wie somatische Impulse, Atemarbeit oder Energiearbeit in Kombination mit Therapie, Coaching oder Mentoring unterstützen diesen Prozess effektiv und ganzheitlich.


Fazit

Sicherheit im Körper ist kein „Luxusgefühl“ – sie ist die Grundlage für ein gesundes, freies und erfülltes Leben. Wer im eigenen Körper ein Zuhause findet, kann Stress besser regulieren, tiefere Beziehungen leben und Entscheidungen aus Klarheit und Verbundenheit treffen.

 
 
 

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